... oder von einem, der auszog, das Lieben zu lernen.
Wenn einen bei Anbruch des neuen Jahres die Wonnen der Wehmut und der Melancholie packen ist es selbstverständlich immer gut, jemanden an seiner Seite zu haben, an dessen Schulter man sich lehnen kann.
Auch eine einzige harmlose Umarmung, ein sanftes Köpfchenstreicheln oder ein gar zaghaftes Schulterklopfen können Wunder bewirken, sobald die Glocken Mitternacht schlagen und der Himmel beginnt, in unzähligen Farben und Formen zu leuchten und die Menschen sich weltweit in die Arme fallen, um gemeinsam dem Neuanfang entgegenzujubeln.
Doch just in solchen Momenten, in denen man die Gunst der Stunde noch einmal nutzt, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, gelangt man in vielerlei Hinsicht zu so mancher Erkenntnis.
Und entschließt sich, entgegen aller Vorurteile und verpasster Gelegenheiten, drei Vorsätze für das neue Jahr mitzunehmen.
1. Man lernt aus begangenen Fehlern und Fehltritten, doch vor allem lernt man, dass die Welt schlecht ist. Und erkennt immer wieder, dass man sie nicht ändern kann, ganz gleich, wie sehr man sich auch bemüht. Drum ändert man nicht die Welt, sondern einfach sich selbst. Was die Welt braucht ist keine Sympathie, kein Mitgefühl, keinen Altruismus, keine Selbstlosigkeit, keine Ausnahmen, sondern genau das Gegenteil. Nichts bleibt so, wie es ist. Ellenbogen ausfahren. Frischer Wind. Das ist der Weg nach ganz vorne.
2. Man mag die Welt nicht ändern können, doch kann man die Geschichte verändern und neuschreiben. Oder alte Geschichten einfach
nicht in Vergessenheit geraten lassen. Drum nimmt man den Stift endlich selbst in die Hand und lässt es nicht mehr zu, dass sich Kapitel von allein schließen und vor allen Dingen überlässt man
nichts mehr dem Zufall. Was wir brauchen sind nicht nur Worte, sondern auch Taten. Nichts bleibt mehr unversucht, kein Kapitel bleibt unvollendet. Logik statt Glück. Kopf statt Herz. Das ist der
Weg nach ganz oben.
3. Man mag im Leben viel planen können und in allen möglichen Lagen dem Kopf den Vorrang geben. Doch las ich dieses Jahr einen Vorsatz, der mich nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch ins Grübeln gebracht hat. Drum nehme auch ich mir für 2012 Folgendes vor: mich zu verlieben. Ohne Ellenbogen. Ohne Kopf. Von ganzem Herzen. Denn irgendwo unter dieser ach so rauhen Schale steckt immer noch der ganz weiche Kern. Das ist der richtige Weg.
Denn wenn einen bei Anbruch des neuen Jahres die Wonnen der Wehmut und der Melancholie packen wäre es selbstverständlich immer gut, jemanden an seiner Seite zu haben, an dessen Schulter man sich lehnen kann.
Happy New Year, liebe Freunde.
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